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Musen sind launisch - so freundest Du dich mit Deiner an

Ich habe keinen Zweifel daran, dass es sie gibt. Die Musen.

Manchmal trifft einen ganz unverhofft eine Inspiration, ein Flow, man weiß nicht woher und wie und warum und sobald man anfängt, darüber nachzudenken, ist schon alles wieder vorbei.

Solche Momente lassen sich nicht erzwingen. 

Doch es gibt einen Weg, sie wahrscheinlicher zu machen... 


Tagelang nichts. Ich fühle mich komplett uninspiriert.

Und dann - auf ein Mal - im ungeschicktesten Moment.

Als wär’s ein Spiel.

Als säße irgendwo jemand, bewaffnet mit dem einen Moment, in dem sich eine ganze Seite von selbst schreibt, und seine Kunst ist es, ihn dann zu werfen, wenn man nicht damit rechnet.

Manchmal trifft es mich kurz vor dem Einschlafen und in meinem Kopf ploppt eine Überschrift auf. Lasse ich es zu, rattert meine innere Stimme einen Artikel runter, von dem ich nicht die geringste Ahnung habe, woher er kommt und was er jetzt bei mir will, um diese Zeit, in dieser Situation.

Dann muss ich mich entscheiden: die innere Stimme bremsen und weiter versuchen einzuschlafen. Oder Stift und Papier raus kramen und zumindest die Idee fest halten.

Meist entscheide ich mich für Zweiteres.

Ich habe Stift und Papier neben dem Bett. Ich nehme Stift und Papier mit, um im Garten Kartoffeln zu pflanzen oder Erbsen zu ernten.

Auf meinem Handy habe ich eine passende App.

Ich habe mich angepasst an die Launen meiner Muse.

Denn sie ist es, die für mich das Schreiben und die Kunst an sich zum Schönsten und Schrecklichsten macht.

Schrecklich vor dem leeren Papier. Und bezaubernd im Flow und danach.

Diese Momente, wenn die Worte nicht anders können als durch meine Hände zu Sätzen zu werden. Wenn alles klar und eindeutig ist.

Dieses Gefühl, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort genau der richtige Mensch zu sein. Ein Gefühl von Bestimmung und Bestätigung.

Und genauso das Gefühl danach, wenn ich die magischen Sätze lese, als wäre es das erste Mal.


Und immer wieder die Frage: warum kann ich das nicht öfter haben? Und zwar dann, wenn es mir gerade passt? 

WARUM? 

Ich will doch einfach nur verstehen, woran es liegt. Und ob es etwas gibt, was ich tun kann. 

Damit sie öfter vorbei kommt. Meine Muse. 

Aber ich habe auch den größten Respekt vor ihrer Zartheit und Angst vor ihrer Launenhaftigkeit.

Ich wäre nicht die Erste, die von der eigenen Muse in den Wahnsinn getrieben würde. Rockstars und Schriftsteller hat es schon erwischt. Nicht wenige versuchten, die Muse mit Drogen gefällig zu machen – oder wenigstens ihre Abwesenheit zu ertragen.

Sie ist ein launisches Wesen.

Und zeigt einem unverfroren, wie glücklich man sich zu schätzen hat, in ihrer begrenzten Anwesenheit.

Aber ich will auch nicht schimpfen. Meine liebe Muse.

Denn am Ende ist es doch so, dass wir uns beide brauchen. Sie braucht mich, um gehört zu werden. Und ich brauche sie, weil ich durch sie mich selber besser hören kann. Sie mag auch anderen Muse sein, aber so wie bei mir klingt sie nur das eine Mal. Und ich schreibe auch ohne sie, klinge aber nur mit ihr einmalig.

Wir ärgern uns übereinander und vertragen uns wieder. Und ich bin froh. Denn obwohl sie mich manchmal fast wahnsinnig macht, wäre ein Leben ohne sie nur halb so wertvoll.

Halb so schrecklich und halb so schön.


Also habe ich mir Gedanken gemacht. Darüber, was ich für sie tun kann, damit sie es gut bei mir hat.

Und ich war überrascht zu erkennen, dass Sie uns Menschen ähnlicher ist in ihren Bedürfnissen, als man meinen könnte. 

Sie braucht nicht den schönsten Stift, die beste Software oder den teuersten Laptop. 

Was sie braucht ist.. Aufmerksamkeit

Zeit

Ruhe

Wertschätzung

Dann fühlt sie sich wohl und willkommen. 

Wer den ganzen Tag geschäftig ist und ihr nicht die Gelegenheit gibt, sich zu zeigen, der bekommt sie vielleicht nie zu sehen. 

Oder eben dann, nachts im Bett, wenn man eigentlich gerade friedlich schlummern wollte... 

 

Also: gibt deiner Muse die Gelegenheit sich zu zeigen. 

Setze dir regelmäßig feste Zeiten und Ziele

Am besten jeden einzelnen Tag. Wirklich. Regelmäßig.

Vielleicht kannst du eine Stunde früher aufstehen? Oder du nutzt den Weg im Bus oder Zug? 

Wo kannst du täglich eine halbe Stunde oder Stunde aufbringen? 

 

Mir hilft es, beides zu tun: mir feste Zeiten einzuplanen (am Vormittag) und gleichzeitig konkrete Ziele zu stecken (1.000 Worte / Tag).

Seit ich das mache, zeigt sich meine Muse viel öfter.

Und deine tickt sicherlich ganz ähnlich. :-)  

 


 

Und jetzt Du: wann nimmst Du dir Zeit für deine Muse und dein Schreiben?

Lass es mich in den Kommentaren wissen.